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Depeschen mit dem Leitwort Val McDermid

Neues für die Ohren: Im feinen Blog KrimiKiste gibt es neue Podcasts mit Besprechungen zu neuen Thrillern und Krimis. Reinhören lohnt sich!

Isabel Allende

»And I realized I cannot write that kind of book. It’s too gruesome, too violent, too dark; there’s no redemption there. And the characters are just awful. Bad people. Very entertaining, but really bad people. So I thought, I will take the genre, write a mystery that is faithful to the formula and to what the readers expect, but it is a joke. My sleuth will not be this handsome detective or journalist or policeman or whatever. It will be a young, 16-year-old nerd. My female protagonist will not be this promiscuous, beautiful, dark-haired, thin lady. It will be a plump, blond, healer, and so forth.«

Isabel Allende

»It’s great to see the crime-writing community rising up in its own defence. (…) For years we’ve been the butt of ignorant prejudice from the literary genre and we’ve taken it on the chin, muttering in corners and up our sleeves about how misunderstood we are. But clearly we’re not going to stand for it any longer. The great thing about this backlash is that it’s coming from readers as well as writers – it can’t just be written off as wounded amour propre. (Is that a bit too literary? Using French?) «

Val McDermid

Es sollte eigentlich nur ein Witz sein: Die chilenische Schriftstellerin Isabel Allende legte mit ihrem neuen Roman El Juego de Ripper (englische Übersetzung unter dem Titel Ripper, den spanischen Titel könnte man mit Das Spiel des Rippers übersetzen) ihren ersten Krimi vor. Allerdings wollte sie ihr neueste Werk, wie sie in einem Interview mit npr.org sagte, ironisch verstanden wissen, denn – siehe das Zitat oben – eigentlich mag sie keine Krimis und Thriller.

Vielleicht ist das nur eine schlechte Marketing-Idee – Autorin schreibt in einem Genre, das sie eigentlich nicht mag, das muss sich ja verkaufen – vielleicht ist ihr Roman durchaus als ironischer Bruch des Genre Krimis zu sehen.

Kaum waren die Äußerungen von Isabel Allende veröffentlicht, schon rührte sich reflexartig Kritik in der Krimiszene. Die schottische Autorin Val McDermid kritisierte in einem Artikel beim Guardian ihre schreibende Kollegin und kehrte einmal mehr das Bild des Krimis als literarisches Schmuddelkind hervor, ebenso wie ihr Kollege Mark Billingham. Auch die Bloggerin Erin Mitchell wirft Allende snobistischen Elitarismus vor.

Diesen wiederum konnte ich in dem Interview mit Isabel Allende nicht erkennen. Sie mag das Genre nicht, sie versucht es ironisch zu brechen. Ob ihr das gelungen ist, kann ich ohne Lektüre des Buches nicht sagen. Grundsätzlich halte ich es aber für völlig legitim, mit einem Genre, dass sie nicht mag, zu brechen. Und sie wäre nicht die erste: Erinnert sei an dieser Stelle an den wunderbaren und viel zu früh verstorbenen Gilbert Adair, der in seiner Evadne Mount Trilogie arg böse mit Agatha Christie, den ästhetischen und inhaltlichen Regeln der Kriminallieratur ins Gericht geht, obwohl er diese Art des Krimis immerhin wertschätzte. Allein die neuen, vor allem blutrünstigen Killerschmonzetten waren Mr. Adair ein Gräuel.

Wozu also die Aufregung? Fallen hier ein paar Autoren auf den Marketing-Trick ihrer Kollegin herein? Oder fehlt ihnen als Krimiautoren schlichtweg das Selbstbewusstsein? Das Schmuddelkinder-Image sollte gute Kriminalliteratur längst hinter sich gelassen haben.

Foto: Mutari via Wikipedia

»I got beaten up once when I was a journalist, and I’m fed up of reading all these crime novels where the hero gets beaten up and the next day they’re leaping out of bed all gung-ho and ready to roll. All I wanted to do was pull the covers over my head and never go out the house again.«

Val McDermid

The brutal cost of enforcing the law: Jake Kerridge in conversation with writer Val McDermid about her latest novel Cross and Burn and why it requires real guts to be a police officer. The portrait at The Telegraph.

  • Brother Kemal by Jakob Arjouni
  • Cross and Burn by Val McDermid
  • Dead Woman Walking by Jessica Mann
  • Others of my Kind by James Sallis

Read any good crime fiction lately? Andrew Taylor about new books by Jakob Arjouni, Val McDermid, Jessica Mann and James Sallis. His reviews at The Spectator.

Ein hörenswertes Interview mit Val McDermid gibt es bei den Kolleginnen und Kollegen der Krimikiste. Carola Nümann und Rebekka Sturzebecher haben mit der Krimiautorin gesprochen. Zudem finden sich wieder viele, neue Krimikritiken. Reinhören!

»Yet both McDermid and Russell, with their wildly differing approaches to their work, manage to crank out successful, powerful crime novels, which attract huge international followings and great critical acclaim, and have been adapted for television. There is a lesson here for aspiring writers, which is: if someone tells you there’s a right way to write, don’t listen to them.«

Tom Chivers

Craig Russell and Val McDermid are both Scottish crime writers who grew up in Fife. But there the similiarities end, finds Tom Chivers in Segovia. His report at The Telegraph.