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Depeschen mit dem Leitwort spiegel.de

»Man könnte Arne Dahl belächeln. Weil er sich einen scheinbar naiven politischen Optimismus bewahrt hat.

Man sollte es aber nicht.«

Marcus Müntefering

»Der Autor entwickelt den Plot mit einer kunstvollen schwarzen Mechanik, wie wir sie bei Cornell Woolrich (Die Braut trug schwarz) finden – und folgt seinem Helden dann durch diese entfesselte Mechanik mit der unverbrüchlichen Liebe eines James M. Cain (Wenn der Postmann zweimal klingelt), der noch die ruchloseste Mörderin zur identifikationstiftenden Heldin erheben konnte.«

Christian Buß

»Peace hat kein Pamphlet und keine Klageschrift geschrieben: Er seziert die Mechanismen der Macht, zeigt auf, wie ein ganzes Land zerstört wurde, von den sozialen Strukturen bis zu den Seelen der Menschen.«

Marcus Müntefering

Drei neue Krimis in der Kritik bei Spiegel Online: Marcus Müntefering hat Neid, den neuesten Roman von Arne Dahl, gelesen und er bespricht den Roman über den Streik der Bergarbeiter in Jahre 1984 in England GB 84, den David Peace bereits vor einigen Jahren im Original veröffentlicht hat und der jetzt erstmals in deutscher Übersetzung vorliegt. Christian Buß beschäftigt sich in seiner Kritik mit dem Noir-Roman Die Wahrheit und andere Lügen von Sascha Arango.

»Mit Vergeltung ist Don Winslow nicht nur ein extrem moderner, rasend schneller Thriller gelungen, sondern auch ein hoch politischer Roman, der den Leser subtil dazu auffordert, sich der moralischen Ambivalenz unserer Zeit zu stellen.«

Marcus Müntefering

Knallhart: Entgegen dem Tenor, den neusten Thriller Vergeltung von Don Winslow zu verreißen, ordnet Marcus Müntefering den Roman als »hochpolitisch« ein. Seine Kritik gibt es bei Spiegel Online.

»Auch im fünften Kimmo-Joentaa-Roman zeigt der Sprachverknapper Wagner, was er kann: filmisch präzise, bildstarke Szenen entwerfen. Knappe, kraftvolle Dialoge schreiben. Lakonische Sätze hintupfen, die man laut lesen mag, vorlesen am liebsten. Und wann will man das schon mal bei einem Krimi?«

Tobias Becker

Leben mit dem Tod: Tobias Becker über den Krimi Tage des letzten Schnees von Jan Costin Wagner. Seine Kritik findet sich beim Spiegel.

Stephen King Doctor Sleep

Der König war in der Stadt: Stephen King hat in der vergangenen Woche München und Hamburg besucht. Hier eine Auswahl von Beiträgen und Artikel über den Besuch und die Lesereise:

»Jerome Charyn schreibt eigentlich keine Polizei-Krimis und schon gar keine Polit-Thriller, sondern moderne Märchen für Erwachsene.«

Marcus Müntefering

»In einer Zeit, deren Krimimarkt von weitschweifigen Plots im Stil Jussi Adler-Olsens beherrscht wird, ist Tatjana fast schon eine Besonderheit: Ein klassischer, geradliniger Krimi.«

Sebastian Hammelehle

»Zwar gewinnt die Geschichte mit Holes Auftauchen deutlich an Fahrt, doch findet Nesbø selten zu seiner gewohnten Form. Themen und Motive früherer Romane wiederholen sich, das Finale ist allzu ähnlich aus dem Schneemann bekannt.«

Marcus Müntefering

Krimis des Monats bei Spiegel Online: Marcus Müntefering und Sebastian Hammelehle über die Kriminalromane Unter dem Auge Gottes von Jerome Charyn, Tatjana von Martin Cruz Smith und Koma von Jo Nesbø.

»Manches Sprachbild ist abgegriffen, das Übermaß an Tieranalogien wirkt leicht ermüdend. Herman Kochs Kunst besteht vor allem darin, den Leser erschaudern zu lassen vor einem menschlichen Wesen, dessen Grausamkeit nur unter einem dünnen Firnis aus Anstand verborgen liegt; zu entdecken von jedem, der nicht selbst das Spiel des höflichen, unverbindlichen Umgangs mitspielt.«

Kaspar Heinrich

Eine Durchschnittsexistenz in Amsterdam: Kaspar Heinrich über den Thriller Odessa Star von Herman Koch. Seine Kritik findet sich bei Spiegel Online.

»So ist Solo ein hybride Mischung aus bewusst altmodischer Agentengeschichte und psychologischem Roman (immer wieder thematisiert Boyd Bonds Weltkriegseinsatz in der Normandie). Als Agententhriller bleibt Solo weit hinter den Klassikern des Genres zurück, für ein tiefergehendes Porträt Bonds ist das Buch zu trivial.«

Sebastian Hammelehle

Agent Normalonull-Sieben: Sebastian Hammelehle bespricht bei Spiegel Online den neuen 007-Roman Solo von William Boyd.

»Auf dieser Ebene evoziert Gone Girl einen Horror, der das Buch über weit über die Genregrenzen hinaus hebt, denn es geht um die heiklen Grundlagen jeder romantischen Beziehung und die Frage, ob man seinen Partner jemals wirklich kennen kann.«

Hannah Pilarczyk

»Wenn Brookmyre gut ist, spielt er Champions League, wenn er schlecht ist, in der Kreisklasse.«

Marcus Müntefering

»Die Charaktere sind flach, doch ihre rücksichtslose Sentimentalität lässt sie als Zeitgenossen von Ödön von Horvaths verzweifelten Kleinbürgern kenntlich werden, die sehnsüchtig ins Unheil wanken.«

Hans-Jost Weyandt

Drei neue Krimis in der Kritik: Hannah Pilarczyk findet Gone Girl. Das perfekte Opfer von Gillian Flynn aufregend, Marcus Müntefering sieht Christopher Broomyre mit seinem Roman Die hohe Kunst des Bankraubs in der Kreisklasse und Hans-Jost Weyandt entdeckt in Täuscher, dem neuen Roman von Andrea Maria Schenkel, eine furiose Collage. Alles zu lesen bei den Krimis des Monats beim Spiegel.

  • Gun Machine von Warren Ellis
  • Zügellos von Dominique Manotti
  • Manhattan von Don Winslow

Nachgereicht: Irgendwie haben sie bei Spiegel Online die Krimis des Monats im Juli 2013 so gut versteckt, dass ich sie nun nur Dank des Hinweises der Damen beim Argument-Verlag gefunden habe. Besser spät als nie: Sebastian Hammelehle und Marcus Müntefering über Krimis von Warren Ellis, Dominique Manotti und Don Winslow.

»Donald Ray Pollock schafft wunderschöne kranke Literatur als Antwort auf die unschöne kranke Welt da draußen. Auch eine Art zu überleben.«

Christian Buß

Hillbilly-Meisterwerk: Christian Buß über den Erzählband Knockemstiff von Donald Ray Pollock. Seine Kritik bei Spiegel Online.