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Depeschen mit dem Leitwort Ruth Rendell

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»Wexford holds my views pretty well on most things, so I find putting him on the page fairly easy. Like me, he sees things changing, like people not writing letters any more. I used to get an awful lot of letters and they have almost all gone.«

Ruth Rendell

As Inspector Wexford returns in the new novel No Man’s Nightingale, Ruth Rendell talks about politics, her influences and the secret to keeping the reader intrigued. Read the interview by Vanessa Thorpe at The Observer / The Guardian.

Primadonna

Liebe Lesende, lieber Lesender,

ist es Zeit für eine neue Mittwochsdepesche? Möglicherweise, Sie entscheiden das natürlich selbst.
Ob Sie diese hier lesen?

Das Finden und Suchen von kriminalliterarischen Kleinodien ist für mich als Krimileser eine wahre Freude. Versteckte Texte, verborgene Bilder, verschwiegene Töne, all das finde ich auf nächtlichen Streifzügen durch dieses Internet.

Manche dieser Fundstücke bewegen mich, verändern mich und meine Wahrnehmung auf das, was wir Kriminalliteratur nennen. Flüchtig ist dies alles, und doch schön, dass manches sich wiederfindet. Wie die heute von mir vermeldete TV-Dokumentation von Denise Mina über Edgar Allan Poe. Ich mag das. Schönes Krimi-Fernsehen, gut erzählt von einer tollen Autorin. Soviel Überschwang billigen Sie mir doch zu, oder?

Meine Neigung zum Pathos mag Sie abschrecken, aber gelegentlich ist es notwendig, eine Diva zu sein. Eine Diva, die eben nicht alles tut, deren Arbeit wertvoll ist. Leider leben wir in Zeiten, in denen Diven nicht mehr gewertschätzt werden, in denen sie und ihre Exzentrizitäten als lästig, hinderlich abgetan werden. Dabei brauchen wir mehr davon in einer Zeit der Gleichmacherei und Beliebigkeit.

Männer schreiben über Frauen. Schreiben Frauen über Männer?

Überhaupt brauchen wir mehr Frauen. Schreibende Frauen. Krimischreibende Frauen. Ach, die gibt es ja schon. Die Denise Mina, die Gillian Flynn, die Christa Faust, die Megan Abbott, die Tana French, die Cathi Unsworth, die Sara Gran und viele, viele mehr. Aber auch die Ruth Rendell oder die P. D. James, diese großen Damen der englischsprachigen Kriminalliteratur. Und im Deutschen? Die Merle Kröger, die Christine Lehmann, die Monika Geier, die Anne Goldmann, die Nora Miedler. Tolle Autorinnen, tolle Frauen. Aber auf welche Männer treffen sie? Welche krimischreibenden Kerle würden denn diese Damen empfehlen, welche würden sie biographieren? Solche Ideen spuken in meinenm Kopf: kriminalliterarischschaffende Gegenwartsautorinnen über alte Meister. Hirngespinste. Oder würdet Ihr das machen, liebe krimischreibende Frauen?

All das auch in diesem Internet. Das ist nicht männlich, nicht weiblich. Es ist. Für viele immer noch ein Schrecken. Für mich mein drittliebster Ort. Ich bin so gerne hier. Egal, ob nun mit Männnern oder mit Frauen. Und wo sind Sie?

Ihnen kluge Gedanken an diesem MordsMittwoch. Und gute Diven-Begegnungen.

Ihr
Krimiblogger
– Krimi-Depeschen-Dienststellenleiter –

»Though we can find interesting parallels between 2011 and the 1930s, including an eruption of vicious homophobia, for me these two outer sections lack the intensity and vitality of the novel proper, and could even deter readers from the main, richly worked excursion into obscure, sympathetically rendered lives.«

Paul Binding

Paul Binding about the latest novel The Child’s Child by Barbara Vine (aka Ruth Rendell). Read his review at The Spectator.