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Es ist Silvester, deshalb habe ich noch einen echten Knaller für Euch am letzten Tag des Jahres. Schalträger und Krimi-Fachkraft Tobias Gohlis blickt bei zeit.de auf das Jahr zurück. Ein Feuerwerk der falschen Grammatik, der schiefen Bilder und kurioser Absurditäten, prall gefüllt mit Feuilletonisten-Pathos. Hier einige Beispiele:

“Exquisite Kriminalliteratur ist international, muss es sein.” - Das Kriminalliteratur, nee ist klar.

“Wird das Weltgeschehen unübersichtlich, rückt die Literatur vor.” Wenn das die Merkel wüsste, würde sie mehr Literatur lesen, statt auf irgendwelchen Gipfeln die Welt retten.

“Skepsis gegen Ideologien und Mächtige ist das Rückgrat des Kriminalromans.” Ist dies das erste Gebot aus der Krimibibel nach Wörtche?

“Vertrauen in den unbestechlichen, nachdenklich-forschenden Blick Einzelner und Misstrauen gegenüber dem äußeren Anschein bestimmen die investigativen Operationen.” Legen Chirurgen das Messer im Dunkeln an oder was will mir dieser Satz sagen?

“In diesen Büchern sind die Dreckswinkel der schönen neuen Welt ausgeleuchtet, bis sie glühen.” Ziemlicher Quatsch, es sind die Lampen, die leuchten und glühen und die die Dreckswinkel anstrahlen und ausleuchten. Über die Variante, dass die Bücher glühen, denke ich lieber gar nicht nach.

“Hier sind Töten und Sterben keine Thrillspender, auf die man drückt, wenn man den gräulichen Alltag wegspülen muss.” Ach ja, der Thrillspender, wer kennt ihn nicht? Gibt es bei Aldi auf der Restrampe, bei Lidl verscherbeln sie ihn als “Spannungs-Dispenser”

“Verbrechen ist Leben.” Meine Lieblingsphrase und eine gehaltvolle Worthülse.

Aber bevor ich jetzt weiter lache: Es ist ein ganz schlimmer Text. Nicht nur, weil hier ein angeblicher Krimiexperte rumschwurbelt, sondern auch, weil solcher Quatsch durch das Lektorat gewunken wird. Qualitätsjournalismus eben.

2012 - Keep it smart!
Liebe Lesende,

soweit für dieses Jahr. Der diensthabende Depeschen-Dienststellenleiter verabschiedet sich in das arg kurze Silvester/Neujahr-Wochenende.

Ich wünsche uns allen für das Jahr 2012 elegante, interessante und vor allem kluge Texte über Kriminalliteratur. Deshalb lohnt sich der Rückblick auch nicht, denn es gab zu wenige von solchen Texten.

Ich denke, wir brauchen viel mehr neugierige Leserinnen und Leser, die es nicht nötig haben, dass Literatur in verklemmte Schubladen oder alberne Ranglisten gequetscht wird. Ich wünsche mir Leserinnen und Leser, die ihren Lesegeschmack selbst ausbilden, mit allen Höhepunkten und Enttäuschungen, die eine solche Entdeckerlektüre bereithält.

Werdet und seid Eure eigenen Kritiker. Lest neue Autorinnen und Autoren, stöbert alte Texte auf, regt Euch über die Dummheit in Büchern auf, lobt und empfehlt die wirklich guten Romane.

Tretet den Feuilletonisten, den Päpsten und Experten in den Arsch – wir brauchen sie nicht mehr.

Ein spannendes 2012,
Ludger aka Krimiblogger

Never Knowing ist ein lupenreiner Psychothriller, der vielleicht nicht ganz so spannend ist wie Stevens’ Debüt, aber immer noch spannender als eine Vielzahl anderer, gleich gearteter Thriller.”Don Marcello über das neue Buch von Chevy Stevens. Seine Kritik gibt es bei donmarcello.de.

“Ms. James cleverly weaves in references to both Emma and Persuasion in a way that expands the world of her novel, and Death Comes to Pemberley also has a descriptive density greater than any of Austen’s books.” Charles McGrath about P.D. James’ new novel Death Comes to Pemberley . Read his review at nytimes.com.

Richard Pachter about new graphic novels including Green River Killer: A True Detective Story by Jeff Jensen and Jonathan Case, Feynman by Jim Ottaviani and Leland Myrick, Return to Perdition by Max Allen Collins and Terry Beatty, The New 52 by various writers and artists and Yiddishkeit: Jewish Vernacular & The New Land by Harvey Pekar and Paul Buhle. Read more at miamiherald.com.