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Depeschen aus der Abteilung Grundrauschen

Kurze Frühlingspause

Liebe Lesende,

eine Sterbende, eine unerwiderte Liebe, eine stürmische Liebe, eine erlöschende Liebe, Eifersucht, Intrige, faszinierende Männer, wundervolle Frauen, ein Hotel auf dem Kiez, eine Lebenslüge, ein altes Haus, ein intolerantes Dorf – all das könnten Zutaten für einen guten oder schlechten Krimi sein. Momentan sind es die Menschen, Gefühle und Dinge, die meine Tage bestimmen. Soviel Leben war noch nie. Darunter leiden – regelmäßige Leserinnen und Leser werden es feststellen – die Krimi-Depeschen. Dafür bitte ich um Verständnis. Ich weiß, dass die Tage kommen werden, an denen die Krimi-Depeschen wieder gewohnt tickern werden. Jetzt kommt mir das Leben dazwischen, das Lesen muss warten.

Als Geschichtensucher und Geschichtenfinder bin ich nach wie vor unterwegs.

Ihnen einen lesereichen Frühling, es wird auch hier bald weiter gehen.

Ihr
Krimiblogger
- Krimi-Depeschen-Dienststellenleiter –

Auswahl Abendbrot Februar Liebe Lesende,

an diesem Donnerstag, den 20. Februar 2014, gibt es einmal mehr bei den Lieblingsbuchhändlerinnen und Lieblingsbuchhändlern von Stories! Hamburg ein Abendbrot, an dem der Krimiblogger, alias Krimi-Depeschen-Dienststellenleiter, als Gast teil nehmen darf. Meine Auswahl sehen Sie oben, und als Wiederholungstäter bin ich auch am Dienstag, den 25. Februar 2014, und am Donnerstag, den 27. Februar 2014, dabei. Wenn Sie reinschauen möchten, melden Sie sich bitte – selbstverständlich kostenlos – in der Buchhandlung an.

Deshalb wird es in den kommenden Tagen hier auch wieder etwas ruhiger, die Depeschen tickern wieder ab Sonntag, dem 23. Februar 2014 - wenn nichts dazwischen kommt.

Lesereiche Zeiten!
Ihr
Krimiblogger
- Krimi-Depeschen-Dienststellenleiter –

Krimi-Depeschen-Flip 2014 Werte Leserinnen, werte Leser,

Luft holen, Atempause, Verschnaufen – das Leben überrascht vermutlich jeden von uns gelegentlich mit Turbulenzen, die den Alltag schwierig erscheinen lassen. Ihren Krimi-Depeschen-Dienststellenleiter haben just solche Turbulenzen erwischt und deshalb braucht er eine kurze Pause von den Pflichten der Krimibloggerei.

Wie immer geht es aber anderer Stelle weiter. Zum Beispiel beim Krimi-Depeschen-Flip 2014, der regelmäßig aktualisiert wird. Abonnieren Sie den Krimi-Depeschen-Flip via Flipboard, ganz bequem auf Ihrem Smartphone, Ihrem Tablet-Computer oder Ihrem PC. Alle bisherigen Flip-Ausgaben der Krimi-Depeschen finden Sie übrigens hier.

Auf Ihren Besuch freut sich der Krimiblogger auch bei Facebook und Twitter, wo es linkreiche Empfehlungen geben könnte. Google+ lohnt sicher auch den einen oder anderen Besuch.

Wie immer knallbunt zeigt sich der Krimi-Depeschen-Dienststellenleiter bei Pintrest. The Crime Fiction Daily und Der tägliche Krimi versorgen Sie zuverlässig und wie durch Zauberhand mit Neuigkeiten aus der englischsprachigen und der deutschsprachigen Krimiwelt.

Für Menschen, die an den Seelenzustandsmeldungen des Krimibloggers interessiert sind, sei dass kleine Tumblr-Blog Tage des Lesens empfohlen.

Wenn nichts dazwischen kommt, dann tickern am Montag, den 17. Februar 2014 , die Krimi-Depeschen wieder.

Danke bis hierher für Ihren Zuspruch, Ihre Unterstützung und Ihre Neugierde. Sie, genau Sie da vor dem Bildschirm, helfen mir dabei, auch diese turbulente Zeit zu meistern. Danke!

Noch eine letzte Bitte: Bleiben Sie mir gewogen!

Auf baldiges Wiederlesen

der krimiblogger
- Krimi-Depeschen-Dienststellenleiter -

Best Blog Award Werte Leserinnen, werte Leser,

manchmal vergesse ich, dass ich ein Blogger bin – die schönste und wichtigste Aufgabe, die ich mir als Netzarbeiter vorstellen kann. Glücklicherweise erinnern mich nette Blogger-Kolleginnen gelegentlich daran. Wie zum Beispiel aktuell Miriam vom feinen Blog KrimiMimi, die mir von Hawaii aus ein Stöckchen zugeworfen hat: Den Best Blog Award – mit elf Fragen. Die beantworte ich gerne und reiche dann – wie es zur wunderbaren Blogkultur gehört – das Stöckchen weiter.

Sind Sie bereit? Dann folgt hier die Wahrheit im Fall des Krimibloggers, Krimi-Depeschen-Dienststellenleiter:

  • Wie viele nette Leute hast du durch dein bloggen kennengelernt?

    Im »echten« Leben sind es fünf, mir sehr wichtige, Menschen. »Nur« virtuell sind es durch E-Mail & Co. sicher ein Dutzend mehr.

  • Wie wurde dein bester Freund dein bester Freund? (Mann, Frau, Hund … wer auch immer bester Freund ist)

    Durch lange Nachtgespräche. Und durch einen Besuch im Hamburg Dungeon. (A., erinnerst Du dich?)

  • Angenommen, du bist der/die einzige mit einem Smartphone am Tisch: Guckst du drauf und benutzt es?

    Ich finde es fürchterlich, wenn man mit Freunden oder Bekannten im Restaurant oder Cafe sitzt, und dann das Smartphone herausholt. Aber ich gebe zu: das habe ich – sehr unhöflich – auch schon getan.

  • Was ist Glück für Dich?

    Wenn ich es gefunden habe, sage ich es Dir.

  • Was möchtest Du schon immer mal machen und hast es noch nicht verwirklicht?

    In diesem Leben muss ich noch unbedingt nach San Francisco.

  • Was ist das schönste, was dir heute passiert ist?

    Dieses Stöckchen.

  • Wen möchtest Du mal im Leben treffen, wenn alles möglich ist?

    Den wunderbaren Armistead Maupin.

  • Bist du ein Morgen- oder ein Nachtmensch?

    Am liebsten ein hellwacher Nachtmensch am Morgen.

  • Was ist dein Lieblingsort?

    Er liegt irgendwo in einem Buch. Und selbstverständlich meine Bibliothek.

  • Welches Buch schenkst du jedem, der es noch nicht hat?

    Andreas Steinhöfel: Die Mitte der Welt

  • Dein Lebensmotto lautet:

    »Make your own kind of music«

Und so geht es jetzt weiter – die Bedienungsanleitung für dieses Blogstöckchen:

  • Es sieht schlimmer aus als es ist.
  • Verfasst einen Post zum Thema, fügt das Bildchen vom Award ein und verlinkt mit demjenigen, der ihn verliehen hat (also mit mir).
  • Beantwortet meine 11 Fragen. Das schafft ihr schon!
  • Denkt euch 11 Fragen aus. Als bloggende Krimifans sollte das kein Problem sein
  • Stellt diese bestenfalls zehn Bloggern (habe ich auch nur fast geschafft) und verlinkt deren Blogs bei euch.

Und hier kommen meine elf Fragen, die ich gerne an Nicole, Sonja, Gesine, Lisa, Birgit, Bettina , Peter, Sascha, Jost und Guido weiterreichen möchte.

  • 1. Stell Dir vor, Du bist Schauspieler oder Sprecher und Du darfst ein Buch Deiner Wahl als Hörbuch lesen. Welches wählst Du?
  • 2. Du hast eine Stunde Sendezeit bei einem großen Radiosender. Welche Musik, welche Songs spielst Du?
  • 3. Wie überstehst Du schlechte Tage?
  • 4. Welchem Charakter aus einem Kriminalroman möchtest Du begegenen?
  • 5. Welcher Krimiautor hat Dich am meisten beeindruckt?
  • 6. Welche Bücher, die Du bereits vor einigen Jahren gelesen hast, möchtest Du noch einmal lesen?
  • 7. Welches Gedicht hast Du zuletzt gelesen?
  • 8. Mit wem würdest Du gerne einmal tanzen?
  • 9. Ein Spiegel an der Wand – schaust Du rein?
  • 10. Wo möchtest Du einmal einen Sonnenuntergang erleben?
  • 11. Vervollständige diesen Satz: »Die schönste Liebesgeschichte…«

Es dankt und freut sich auf Antworten
Euer
Krimiblogger
- Krimi-Depeschen-Dienststellenleiter –

Werte Leserin, werter Leser,

Ihr Krimiblogger muss leider für einige Tage aussetzen und hofft, dass spätestens am Freitag die Depeschen wieder regulär tickern. Unterdessen schauen Sie doch gerne beim Krimi-Depeschen-Flip vorbei. Oder sehen und hören Sie zur Abwechslung dieses gar wundervolle Video mit den klugen Worten von Shane Koyczan.

Haben Sie gute Tage & bleiben Sie mir gewogen.
Ihr
Krimiblogger
-Krimi-Depeschen-Dienststellenleiter-

Krimi-Depeschen-Flipboard Werte Leserinnen und Leser,

an diesem Freitag setzen die Krimi-Depeschen kurz aus, nicht aber ohne Sie dennoch mit wichtigen Informationen aus der Krimiwelt zu versorgen. Im frisch aktualisierten Krimi-Depeschen-Flip 2014 finden sich zum Beispiel Geschichten zu Martha Grimes, der zunehmenden Begeisterung für ‘Chick Noir’, James Ellroy und viel mehr. Klicken und flippen Sie mit. Am Sonntag geht es dann wie gewohnt mit der Blogschau weiter.

Bleiben Sie mir bitte gewogen!

Herzlichst
Krimiblogger
- Krimi-Depeschen-Dienststellenleiter –

The Mystery Writers of America (MWA) has announced the Nominees for the 2014 Edgar Allan Poe Awards.

Best Novel

  • Sandrine’s Case by Thomas H. Cook
  • The Humans by Matt Haig
  • Ordinary Grace by William Kent Krueger
  • How the Light Gets In by Louise Penny
  • Standing in Another Man’s Grave by Ian Rankin
  • Until She Comes Home by Lori Roy

Best First Novel by an American Author

  • The Resurrectionist by Matthew Guinn
  • Ghostman by Roger Hobbs
  • Rage Against the Dying by Becky Masterman
  • Red Sparrow by Jason Matthews
  • Reconstructing Amelia by Kimberly McCreight

Best Paperback Original

  • The Guilty One by Lisa Ballantyne
  • Almost Criminal by E. R. Brown
  • Joe Victim by Paul Cleave
  • Joyland by Stephen King
  • The Wicked Girls by Alex Marwood
  • Brilliance by Marcus Sakey

Best Fact Crime

  • Duel with the Devil: The True Story of How Alexander Hamilton and Aaron Burr Teamed Up to Take on America’s First Sensational Murder Mystery by Paul Collins
  • Mortal Sins: Sex, Crime, and the Era of Catholic Scandal by Michael D’Antonio
  • The Good Nurse: A True Story of Medicine, Madness and Murder by Charles Graeber
  • The Secret Rescue: An Untold Story of American Nurses and the Medics Behind Nazi Lines by Cate Lineberry
  • The Hour of Peril: The Secret Plot to Murder Lincoln Before the Civil War by Daniel Stashower

Best Critical/Biographical

  • Maigret, Simenon and France: Social Dimensions of the Novels and Stories by Bill Alder
  • America is Elsewhere: The Noir Tradition in the Age of Consumer Culture by Erik Dussere
  • Pimping Fictions: African American Crime Literature and the Untold Story of Black Pulp Publishing by Justin Gifford
  • Ian Fleming by Andrew Lycett
  • Middlebrow Feminism in Classic British Detective Fiction by Melissa Schaub

Best Short Story

  • The Terminal in Kwik Krimes by Reed Farrel Coleman
  • So Long, Chief in Strand Magazine by Max Allan Collins & Mickey Spillane
  • The Caston Private Lending Library & Book Depository in Bibliomysteries by John Connolly
  • There are Roads in the Water in Ellery Queen Mystery Magazine by Tina Corey
  • Where That Morning Sun Does Down in Ellery Queen Mystery Magazine by Tim L. Williams

Best Juvenile

  • Strike Three, You’re Dead by Josh Berk
  • Moxie and the Art of Rule Breaking by Erin Dionne
  • P.K. Pinkerton and the Petrified Man by Caroline Lawrence
  • Lockwood & Co.: The Screaming Staircase by Jonathan Stroud
  • One Came Home by Amy Timberlake

Best Young Adult

  • All the Truth That’s In Me by Julie Berry
  • Far Far Away by Tom McNeal
  • Criminal by Terra Elan McVoy
  • How to Lead a Life of Crime by Kirsten Miller
  • Ketchup Clouds by Amanda Pitcher

Best Television Episode Teleplay

  • Episode 3 from Luther Teleplay by Neil Cross
  • Episode 1 from The Fall Teleplay by Allan Cubitt
  • Legitimate Rape from Law & Order: SVU Teleplay by evin Fox & Peter Blauner
  • Variations Under Domestication from Orphan Black Teleplay by Will Pascoe
  • Pilot from The Following Teleplay by Kevin Williamson

Robert L. Fish Memorial Award

  • The Wentworth Letter – Criminal Element’s Malfeasance Occasional by Jeff Soloway

Grand Master

  • Robert Crais
  • Carolyn Hart

Raven Awards

  • Aunt Agatha’s Bookstore, Ann Arbor, Michigan

The Simon Schuster – Mary Higgins Clark Award
  • There Was an Old Woman by Hallie Ephron
  • Fear of Beauty by Susan Froetschel
  • The Money Kill by Katia Lief
  • Cover of Snow by Jenny Milchman
  • The Sixth Station by Linda Stasi

Thomas Hitzlsperger

Was es bedeutet, schwul zu sein

Ein Coming Out

So viel Lob und Beifall für Thomas Hitzlsperger, der am 8. Januar 2014 der Öffentlichkeit mitgeteilt hat, dass er »lieber mit einem Mann zusammenleben möchte«. Viele der Reaktionen sind sicher ehrlich gemeint, manches davon erscheint verlogen und manche sind – nach wie vor – hochgradig homophob.

Auch bei meinen Freunden und Bekannten gab es dazu Reaktionen: »Was geht es mich an, mit wem Herr Hitzlsperger ins Bett geht?«, »Schlimm, dass im Jahre 2014 darum immer noch so ein Aufruhr gemacht wird, bei einer Sache, die doch eigentlich niemand etwas angeht, die doch ganz normal sein sollte«. Wohlwollende Aussagen, die etwas als »normal« hinstellen möchten, was es schlicht nicht ist. Denn Herr Hitzlsperger ist – wie etwa fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung – anders, er liebt Männer und gehört damit zu einer »sexuellen Minderheit«. Eine Formulierung, die eher an Krankheit als an ein zutiefst menschliches Grundbedürfnis erinnert.

Fangen wir doch bitte an, ehrlich zu uns zu sein. Selbstverständlich möchte ich wissen, mit wem Herr Hitzlsperger ins Bett geht, welchen Mann er an seiner Seite hat. Gebt mal bei Google »Thomas Hitzlsperger« ein, und schaut, welche häufigen Suchanfragen Euch Google als Vorschläge bietet. »Thomas Hitzlsperger privat«, »Thomas Hitzlsperger neue freundin«, »Thomas Hitzlsperger Freundin«. Selbstverständlich interessieren wir uns als Menschen für das Leben anderer Menschen. Und da gehört die Sexualität des anderen Menschen dazu. Das hat nichts mit Voyeurismus zu tun, sondern mit einem aufrichtigen Interesse an einem anderen Menschen, von dem ich mir gerne ein Bild machen möchte.

Millionen von Menschen heiraten, vor Familie und Freunden legen sie ein Bekenntnis zu einem anderen Menschen ab. »Schaut! Dies ist der Mann, dies ist die Frau, den/die ich liebe, mit dem/der ich zusammenleben möchte, möglichst bis ans Ende meiner Tage. In guten wie in schlechten Zeiten«. Millionen Menschen tragen Ehe-, Verlobungs- oder Freundschaftsringe, die täglich daran erinnern, dass es da einen ganz besonderen Menschen im Leben gibt.

Eine Grundverletzung

Unsere Sexualität, unsere Liebe – sie gehören elementar zu unserem menschlichen Wesen, sie bestimmen unsere Persönlichkeit. Und erst wenn wir uns das ehrlich eingestehen, uns damit beschäftigt haben, erst wenn wir uns selbst bestimmt haben, wenn wir uns selbst gefunden haben, wenn wir unsere Persönlichkeit erkannt haben, erst dann kann es möglicherweise eine Zeit geben, in der es gleichgültig sein mag, ob jemand lieber mit einer Frau, einem Mann oder gar mit beiden Geschlechtern sexuell zusammen ist.

Schwule Männer durchleben, wenn sie ihr Coming Out haben, eine »Grundverletzung«. So hat es der Autor Fritz J. Raddatz in einer TV-Dokumentation über schwule Literatur genannt. Jeder schwule Mann, der sich Gedanken über seine sexuelle Orientierung macht, durchlebt einen schmerzhaften Prozess. Es ist die Erkenntnis, »das ich anders als andere bin«. Und es ist ein Anders-Sein, dass uns in unseren tiefsten Wesen berührt, erschüttert, verunsichert, manchmal vielleicht auch verzweifeln lässt. Kein heterosexueller Mensch wird diese Grundverletzung wirklich nachspüren können, schließlich lebt er das, was die überwiegende Mehrheit ihm vorlebt. Es gibt nach wie vor tausendmal mehr heterosexuelle Liebes- und Familiengeschichten in dieser Welt zu erzählen. Aber wenn Du, lieber heterosexueller Leser, liebe heterosexuelle Leserin, schwule oder lesbische Freunde und Freundinnen hast, dann wisse bitte um diese Grundverletzung.

Die Worte von Thomas Hitzlsperger zeigen, dass diese Grundverletzung – das Coming Out – auch später im Leben eintreten kann. Ich habe Männer kennengelernt, die über 60 Jahre alt waren, ein erfülltes Leben als Familienväter gelebt haben, und erst dann feststellten, dass sie sich zu Männern hingezogen fühlen. Ich bin glücklich und dankbar, dass ich mir schon als Kind – unbewusst natürlich – klar darüber war, dass ich Männer liebe, das ich anders bin. Meine Grundverletzung war schmerzhaft: Mein Coming Out hatte ich Anfang der 1980er Jahre, im Sauerland, in einer erzkatholisch geprägten Umgebung. Schwule gab es nicht – und wenn, dann waren sie abscheuliche Kinderschänder. Hinzu kam die apokalyptische Aids-Hysterie. Das erste, was ich via SPIEGEL und TV lernte: Wenn Du Sex mit einem anderen Mann hast, wirst Du elendig sterben und in der Hölle schmoren. Sich aus diesen Ängsten zu befreien, sich zu lösen von all jenen Zwängen und Vorurteilen, das erfordert Stärke, Kraft, Wissen und vor allem Mut.

Willkommen in der Menschenfamilie!

Wenn Ihr also jemanden in Eurem Freundeskreis habt, von dem Ihr annehmt er sei schwul, sie sei lesbisch – geht behutsam mit ihm oder ihr um. Wir alle sind verletzlich, wenn es um einen wichtigen Teil unserer Persönlichkeit, um unsere Liebe, um unsere Sexualität geht. Das macht uns zu Menschen.

Bücher haben mir, neben wenigen, wirklich guten Freunden, bei meinem Coming Out geholfen. Armistead Maupin hat im zweiten Band seiner
Stadtgeschichten seine schwule Figur Michael Tolliver einen Coming-Out-Brief an seine Mutter verfassen lassen. Es sind schlichte, für mich immer noch fesselnde Worte. Ich möchte sie zitieren, weil sie das widerspiegeln, was ich fühle und denke:

»Nein, Mama, ich bin nicht »angeworben« worden. Kein gereifter Homosexueller hat sich als mein Mentor betätigt. Aber, weißt du was? Es wäre schön gewesen, hätte es einer getan. Es wäre schön gewesen, hätte mich einer, der älter war als ich und verständiger als die Leute in Orlando, zur Seite genommen und mir gesagt: »Du bist völlig in Ordnung, Junge. Wenn du mal groß bist, kannst du genauso Arzt oder Lehrer werden wie alle anderen. Du bist weder verrückt noch krank und auch nicht verdorben. Du kannst Erfolg haben und glücklich werden und deinen Frieden finden bei Freunden, das heißt, bei allen möglichen Freunden und Freundinnen, die sich einen Dreck darum kümmern, mit wem du ins Bett steigst. Was aber das Wichtigste ist: Du kannst lieben und geliebt werden, ohne dich dafür zu hassen.«

(…)

Ich weiß, dass es euch schwerfallen wird, das zu glauben, aber in San Francisco gibt es eine Unmenge von Männern und Frauen – und zwar sowohl Heteros als auch Homos -, die überhaupt nicht an die Sexualität denken, wenn es darum geht, den Wert eines Menschen zu bestimmen.

Das sind alles keine Radikalen oder Verrückten, Mama. Es sind Verkäuferinnen und Bankangestellte und kleine alte Damen und Leute, die einem zunicken und einen anlächeln, wenn man ihnen im Bus begegnet. Sie behandeln dich weder herablassend noch mitleidig. Und ihre Botschaft ist so einfach: Ja, du bist eine Persönlichkeit. Ja, ich mag dich. Ja, es ist völlig in Ordnung, wenn du mich auch magst.

(…)

Das Schwulsein hat mich gelehrt, tolerant, mitfühlend und bescheiden zu sein. Es hat mir die unbegrenzten Möglichkeiten des Lebens aufgezeigt. Es hat mir Leute zugeführt, die mir mit ihrer Leidenschaft, Zuneigung und Sensibilität zu einem immerwährenden Quell der Kraft geworden sind.
Es hat mich in die Menschenfamilie eingeführt, Mama, und zu der gehöre ich gern. Ich gehöre gern dazu.«Armistead Maupin: Mehr Stadtgeschichten. – Aus dem Englischen von Heinz Vrochota. – Hamburg: Roger& Bernhard, 1993. S. 256 ff

Passt auf Euch auf!
Ludger

Krimi-Depeschen-Flip 2014 Willkommen in 2014, liebe Lesende, lieber Leser!

Sie sind hoffentlich gut und gesund im neuen, spannenden Jahr 2014 gelandet. Die Krimi-Depeschen nehmen, wie bereits angekündigt, ihren regulären Dienst erst am Montag, den 6. Januar 2014 wieder auf. Dennoch müssen Sie nicht auf Krimi-Neuigkeiten verzichten.

Die Flipboard-Ausgabe der Krimi-Depeschen steht bereit, Sie auch 2014 über aktuelle Beiträge zur Kriminalliteratur zu informieren. In diesem Jahr gibt es eine kleine Änderung: Statt monatlich werden die Krimi-Depeschen-Flips jetzt in einem jährlichen Magazin gebündelt. Die Erfahrung des ersten halben Jahres mit Flipboard hat gezeigt, dass viele Leserinnen und Leser auch noch Monate nach dem Erscheinen die alten Ausgaben abonnieren. Um das nicht zu unübersichtlich in Ihrer Flipboard-App werden zu lassen, reduziere ich den Krimi-Depeschen-Flip auf eine jährliche Erscheinungsweise. Für Sie als Abonnent hat das keine größeren Auswirkungen, die aktuellen Nachrichten werden wie gewohnt zuverlässsig an ihr Smartphone, Ihr Tablet oder Ihren PC geliefert.

Ich würde mich sehr freuen, Sie als Abonnent des – selbstverständlich kostenlosen – Krimi-Depeschen-Flip 2014 begrüßen zu dürfen.

Alles Gute für 2014
Ihr

Krimiblogger
- Krimi-Depeschen-Dienststellenleiter –

Krimi-Depeschen Rückblick

Liebe Lesende, lieber Lesender,

Jahrerückblicke türmen sich derzeit im Netz. Auch der Krimi-Depeschen-Dienststellenleiter möchte ein kleines Steinchen zu diesem Rück- und Aussichtsturm hinzutun und hat das getan, was viele jeden Tag tun: Google gefragt. Genauer gesagt: Google-Analytics. Wenn dort schon fleißig Daten gesammelt werden, dann sollte man damit auch etwas Vernünftiges anfangen. Etwa eine Top 13 der am meisten aufgerufenen Krimi-Depeschen im Jahre 2013. Exakt sind es die Depeschen, die zwischen dem 29.12.2012 und dem 28.12.2013 am meisten abgerufen werden. Übersichts- und Startseiten sind von der Zählung ausgeschlossen. Und damit Statistik ahoi – hier sind die Top 13 für 13!

Mein persönliches Lesejahr findet sich in dieser Aufstellung kaum wieder, meine Lieblingskrimis des Jahres 2013 werde ich noch einmal gesondert vorstellen. Aber ich denke schon, dass die Liste einen ersten Überblick über die Bücher und Themen gibt, die in dem zu Ende gehenden Jahr besprochen wurden. Zu- und Einspruch ist wie immer willkommen. Hoffen wir auf ein gutes, spannendes und lesenswertes Jahr 2014.

Schöne Aussichten wünscht
Ihr
Krimiblogger
-Krimi-Depeschen-Dienststellenleiter –