Info

»For all criticism is based on that equation: KNOWLEDGE + TASTE = MEANINGFUL JUDGMENT. The key word here is meaningful. People who have strong reactions to a work—and most of us do—but don’t possess the wider erudition that can give an opinion heft, are not critics.«
»The serious critic cannot be a monomaniacal controversialist. Hatchet jobs, especially when directed at over-hyped and unworthy objects, can be both entertaining and useful. Particularly in a culture that is awash in hype and promotion (both professional and, as Garner and Silverman pointed out, amateur—the culture of reflexive boosterism), a vital function of the critic is to peel away the swoony publisher’s hype, the self-congratulation of an author’s Twitter feed, and to reorient the conversation to where it belongs: the work and its merits and flaws, as judged against genuine knowledge and disinterested taste.«
»The role of the critic, I repeat, is to mediate intelligently and stylishly between a work and its audience; to educate and edify in an engaging and, preferably, entertaining way. (Critics, more than any other kind of writer, should have a sense of humor.)«

Drei Zitate aus einem, wie ich finde, sehr lesenswerten Essay von Daniel Mendelsohn. Sein ‚Critic’s Manifesto‘, welches im Page-Turner Blog beim New Yorker gelesen werden kann, bezieht sich unter anderem auf die negative Kritik von William Giraldi zu zwei Büchern von Alix Ohlin sowie auf die Kritik von Ron Powers zum neuen Roman von Dale Peck.

Die Kontexte und Bezüge liegen in der US-amerikanischen Literaturwelt, dennoch kann man Mendelsohns Text durchaus auch als Brille nutzen, um einen anderen Blick auf die aktuelle Diskussion zum Untergang des deutschsprachigen Feuilletons (siehe unter anderem „Schafft das Feuilleton ab!“ von Georg Seesslen/taz und „Macht mehr Feuilleton!“ von Tim Klimeš/Blog) zu werfen.

Und wer durch diese Brille schaut, der dürfte auch erkennen, wie lächerlich und verkommen das Getöse um jenen „Schwedenkrimi“ war, den Thomas Steinfeld und Martin Winkler verbrochen haben. Denn wenn die Damen und Herren Kritiker etwas gezeigt haben, dann, dass sie schlichtweg keine Ahnung (KNOWLEDGE) von Kriminalliteratur und keinen Geschmack (TASTE) für Kriminalliteratur haben. Deshalb können sie auch kein aussagekräftiges Urteil (MEANINGFUL JUDGMENT) über Kriminalliteratur fällen. Und Humor suche ich seit Jahrzehnten im deutschen Feuilleton vergeblich.

Weitersagen
Email Facebook Twitter Plusone Tumblr Posterous Snailmail Pinterest

Kommentare & Reaktionen

2 Kommentare

Kommentieren
  1. August 29, 2012

    Hat ein neues Goldstück ausfindig gemacht: Daniel Mendelsohns ‚A Critic’s Manifesto‘ rückt auch so manche… http://t.co/QWLUWeXQ

  2. August 29, 2012

    RT @krimiblogger: Hat ein neues Goldstück ausfindig gemacht: Daniel Mendelsohns ‚A Critic’s Manifesto‘ rückt auch so manche… http://t.co/QWLUWeXQ

Ich freue mich über Ihren Kommentar

Einfaches HTML ist erlaubt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Abonnieren Sie die Kommentar zu dieser Depesche per RSS

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.