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Es ist Silvester, deshalb habe ich noch einen echten Knaller für Euch am letzten Tag des Jahres. Schalträger und Krimi-Fachkraft Tobias Gohlis blickt bei zeit.de auf das Jahr zurück. Ein Feuerwerk der falschen Grammatik, der schiefen Bilder und kurioser Absurditäten, prall gefüllt mit Feuilletonisten-Pathos. Hier einige Beispiele:

„Exquisite Kriminalliteratur ist international, muss es sein.“ – Das Kriminalliteratur, nee ist klar.

„Wird das Weltgeschehen unübersichtlich, rückt die Literatur vor.“ Wenn das die Merkel wüsste, würde sie mehr Literatur lesen, statt auf irgendwelchen Gipfeln die Welt retten.

„Skepsis gegen Ideologien und Mächtige ist das Rückgrat des Kriminalromans.“ Ist dies das erste Gebot aus der Krimibibel nach Wörtche?

„Vertrauen in den unbestechlichen, nachdenklich-forschenden Blick Einzelner und Misstrauen gegenüber dem äußeren Anschein bestimmen die investigativen Operationen.“ Legen Chirurgen das Messer im Dunkeln an oder was will mir dieser Satz sagen?

„In diesen Büchern sind die Dreckswinkel der schönen neuen Welt ausgeleuchtet, bis sie glühen.“ Ziemlicher Quatsch, es sind die Lampen, die leuchten und glühen und die die Dreckswinkel anstrahlen und ausleuchten. Über die Variante, dass die Bücher glühen, denke ich lieber gar nicht nach.

„Hier sind Töten und Sterben keine Thrillspender, auf die man drückt, wenn man den gräulichen Alltag wegspülen muss.“ Ach ja, der Thrillspender, wer kennt ihn nicht? Gibt es bei Aldi auf der Restrampe, bei Lidl verscherbeln sie ihn als „Spannungs-Dispenser“

„Verbrechen ist Leben.“ Meine Lieblingsphrase und eine gehaltvolle Worthülse.

Aber bevor ich jetzt weiter lache: Es ist ein ganz schlimmer Text. Nicht nur, weil hier ein angeblicher Krimiexperte rumschwurbelt, sondern auch, weil solcher Quatsch durch das Lektorat gewunken wird. Qualitätsjournalismus eben.

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